08 January 2016

SILVESTER-BERLIN-TRIP 3: Abschied von ...

...MAISON COURAGE. Für viele liebe Menschen - nicht alle von Rang und Namen - war das "maison courage" von Marinchen und Toscho nur wenige Fußgängerminuten entfernt von der Prenzlberger Kulturbrauerei für viele Jahre die Erweiterung des Wohnzimmers schlechthin gewesen. Hier traf man sich verabredet oder rein zufällig, redete, las, schrieb, dachte nach, aß und trank, hing schweren Gedanken nach oder heiterte sich gegenseitig auf. Heimat halt - generationen- und zonen-übergreifend (ost- und west-). Kurz vor der Wende hatten Marinchen und Toscho auch "rübergemacht" in den Westen und waren - of all places - in Nürnberg gelandet, was sie nach der Wende (republik-)fluchtartig wieder verließen in Richtung ostdeutsche Heimat. Seitdem war Marinchens Leitspruch gewesen: "Im Westen nichts Neues". 
Einer der  Investoren der zweiten Nachwendegeneration (die Berliner nennen sie verächtlich "Schwaben" - warum weiß niemand) hatte das Haus gekauft, zu dem das "Courage" nicht mehr passen konnte. Zum Abschiedsfest wurde geklesmert, was das Zeug hielt. So was gegen zwei Uhr morgens zog ein stiller Herr hoch in den Siebzigern Marinchen einen ihrer Hochhackigen aus füllte ihn mit Prosekko und leerte ihn ihr zum Dank auf ihre Gesundheit.

(Fortsetzung folgt)
Gershom von Schwarze

(Lamy Schulfüller, farbige Tinten, teilweise überlaviert)



1 comment:

  1. Aus dem Schuh trinken nach einer durchfeierten Nacht...das muss man mögen...brrrr... schöne Zeichnungen eines besonderen Events. Die Spiegelkugel ist super und die Schrift in der 2. Zeichnung gefällt mir auch sehr!

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